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Nanowissenschaften und Nanotechnologien in Österreich: Eine Fakten- und Potenzialanalyse im internationalen Vergleich

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Fakten- und Potenzialanalyse von NANO in Österreich im internationalen Vergleich.

Die Konzeption der angebotenen Studie geht von der Hypothese aus, dass sich Innovationen nicht in Isolation vollziehen. Vielmehr ist die effektive Interaktion von Unternehmen und anderen Akteuren eines Innovationssystems (anderen Unternehmen, Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Behörden, Finanzierungsinstitutionen usw.) ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovationen. Bei dieser Betrachtungsweise ist es wesentlich, Innovationsprozesse in ihrem sozioökonomischen Gesamtkontext unter Einbeziehung der Endnutzer zu betrachten. Die Studie macht die wesentlichen Akteure und Interaktionen innerhalb des Innovationssystems erfassbar und bietet so ein belastbares Gesamtbild der österreichischen Situation, das gleichzeitig die Grundlage für eine internationale Positionierung bildet. Die Analyse erfolgt in zwei Schritten

  • Erstellung einer Sachbestands- und Faktenanalyse zu NANO in Österreich Für die Analyse des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Potenzials der Nanotechnologie werden quantitative und qualitative Indikatoren ermittelt, die eine Beschreibung der Ist-Situation in Österreich sowie einen internationalen Vergleich ermöglicht. Die Entwicklungstrends der Nanotechnologie werden durch die Sekundäranalyse von Trend- und Foresightstudien ermittelt und mit der Ist-Situation verglichen. Als Ergebnis lassen sich (erste) Stärken und Schwächen des österreichischen Nano-Innovationssystems ableiten.
  • Positionierung Österreichs in den Nanowissenschaften und der Nanotechnologie im internationalen Vergleich Im zweiten Teil der Studie werden Kriterien entwickelt, die eine Bewertung der österreichischen Positionierung im internationalen Vergleich ermöglichen. Dabei sollen sowohl die wichtigsten internationalen Player als auch in Bezug auf Größe und Relevanz mit Österreich vergleichbare Länder betrachtet werden. Die in diesem und in Arbeitsschritt (1) erhobenen und analysierten Indikatoren sollen weitestgehend übereinstimmen.

Auf Basis der Ergebnisse von (1) und (2) werden Empfehlungen zur vertiefenden Analyse wesentlicher Fragestellungen, zur künftigen Schwerpunktsetzung und strategischen Ausrichtung der Nanoinitiative abgeleitet.

Status

Abgeschlossenes Projekt (2005)

Auftraggeber

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) für das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMBWK) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), Wien

Publikationen

Friedewald, Michael, Nils Roloff, Thomas Heinze, Icíar Dominguez-Lacasa, Thomas Reiss, and Rebecca Rangnow, „Nanowissenschaften und Nanotechnologien in Österreich – Eine Fakten- und Potenzialanalyse im internationalen Vergleich“, Abschlussbericht an die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) Fraunhofer ISI, Karlsruhe, 2006.

Potenzialanalyse „Forschung unter Schwerelosigkeit“

Ziel des Projektes war es, eine Analyse der Potenziale der „Forschung unter Schwerelosigkeit“ (FUS) für die Wissenschaft und die Wirtschaft auszuarbeiten. Dabei sollte auch der Frage nachgegangen werden, wie die FUS mit den terrestrischen Mutterdisziplinen vernetzt ist und von diesen wahrgenommen wird. Als methodischer Ansatz wurde eine Kombination aus einer quantitativen Breitenanalyse mit Hilfe von Wissenschafts- und Technikindikatoren mit einer qualitativen, im Wesentlichen auf Experteninterviews beruhenden Vertiefungsanalyse gewählt. Dabei wurden leitfadengestützte Interviews mit 70 Experten in Deutschland, anderen europäischen Ländern und den USA durchgeführt.

Insgesamt stellt die FUS in der Wissenschaft mit einem Anteil von unter 1% an allen Publikationen des Science Citation Index einen eher kleinen Bereich dar und ist diesbezüglich beispielsweise mit Publikationen zur Synchrotronstrahlung vergleichbar. Die Bedeutung der FUS in der Wissenschaft hat gemessen am Publikationsaufkommen in den 90er-Jahren deutlich zugenommen. Das Publikationsaufkommen wird durch die USA dominiert, gefolgt von Europa und, mit deutlichem Abstand, Japan. Innerhalb Europas kommen die meisten Publikationen aus Deutschland und Frankreich. Insgesamt hat die Potenzialanalyse gezeigt, dass die FUS wichtige wissenschaftliche Beiträge zu den terrestrischen „Mutterdisziplinen“ Medizin, Biologie, Physik und Materialwissenschaften leisten kann. Ihre Potenziale liegen dabei vor allem im Grundlagenbereich, wo FUS eine wesentliche Erweiterung der experimentellen Möglichkeiten bietet. Potenziale der FUS für die wirtschaftliche Nutzung im Sinne der Entwicklung von Anwendungen aus ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen sind dagegen kurz- und mittelfristig eher begrenzt. Längerfristig sollte sich jedoch auch aus der FUS wirtschaftlicher Nutzen ergeben, wie dies auch bei anderen grundlagenorientierten Forschungsfeldern beobachtet wird.

Als entscheidend für die Realisierung der Potenziale der FUS erachten wir die Entwicklung eines neuen konzeptionellen Verständnisses: FUS sollte nicht per se als eigenständige Disziplin betrieben werden, sondern sich an der Frage ausrichten, zu welchen Themenfeldern aus den Mutterdisziplinen durch FUS ein Beitrag geleistet werden kann. Somit ergeben sich für die künftige Gestaltung der FUS vor allem zwei Ziele: 1. Weiterführung und Verstärkung der Integration und Vernetzung mit den Mutterdisziplinen. 2. Öffnung für eine möglichst breite Scientific Community.

Status

Abgeschlossenes Projekt (07/2001)

Auftraggeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Publikationen

Reiß, Thomas, Susanne Bührer, Qi Chen, Michael Friedewald, Sybille Hinze, and Gerhard Jaeckel, „Potenzialanalyse Forschung unter Schwerelosigkeit“, Bericht an das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat 622: Raumfahrt. ISI, Karlsruhe, 2001.

Marktstudie Application Service Providing

Aufgabenstellung

Die Idee hinter Application Service Providing (ASP) ist nicht grundlegend neu, denn bereits in den 70er und 80er Jahren gab es Unternehmen, die mit so genannten „Time-Sharing-Services“, den kleinen und mittleren Unternehmen Rechner und Applikationen zur Verfügung stellten. Dennoch besitzt ASP heute wesentlich mehr Potential. Vor allem branchenspezifische Anwendungen werden im Netz gemietet, um sich teure Investitionen in IT-Strukturen und Know-how zu sparen. Auch jetzt sind es wieder vor allem kleine und mittlere Unternehmen, für die ASP eine Alternative zum Kauf von Anwendungen darstellen kann. Dabei bieten Application Service Provider ihren Anwendern über ein eigenes oder öffentliches Netzwerk Zugang zu Software-Applikationen, die in leistungsfähigen, sicheren und hoch verfügbaren Rechenzentren (Data Center) abgelegt sind.

Vor allem KMU mit nur geringen Personalressourcen sowie junge Internet Start-ups stellen die Hauptzielgruppe für das Application-Software-Providing dar. Die Gründe für den Einsatz von ASP liegen auf der Hand: So erwarten laut Forrester 69% der DV-Entscheider tiefgreifende Kosten- und Zeitersparnisse, 58% hoffen auf geringere IT-Administration, während 52% eine schnellere Einführung neuer Anwendungen durch ASP für wahrscheinlich halten. Kosteneinsparungen sollen sich vor allem dadurch einstellen, dass im Gegensatz zum herkömmlichen Outsourcing der Auftraggeber keine Softwarelizenzen mehr kaufen muss. Die Lizenzrechte kauft der Application Service Provider, die Kunden bezahlen lediglich für die Benutzung der Programme. Darin enthalten sind sowohl die Lizenzkosten, Gebühren für Rechner-, Platten und Netzwerkkapazitäten als auch Wartungs- und Supportkosten. Auf den ersten Blick mögen einige Softwareprogramme, die beim ASP gemietet werden teuer erscheinen. Wenn man jedoch nicht allein die Lizenzgebühren sondern die Gesamtkosten, welche auch die Aufwendungen für Endanwender-Support sowie die Ausgaben für immer wieder auftretende Fehlerbeseitigung berücksichtigt, eröffnet sich das gesamte Einsparungspotential. Forrester geht davon aus, dass etwa 30% des IT-Budgets eines Unternehmens durch Application Service Providing eingespart werden kann.

Vor diesem Hintergrund sollten für den Auftraggeber die wichtigsten Anbieter und Produkte für ausgewählte Branchen identifiziert und beschrieben werden. Dabei geht es auch um die spezifischen Anforderungen, die für die Durchsetzung des ASP-Modells in unterschiedlichen Branchen zu erfüllen sind.

Ergebnisse

Application Service Providing ist ein neues Vertriebsmodell für Software, das nicht nur bei branchenneutralen Applikationen (Office, Mail, ERP) Marktpotenziale besitzt, sondern auch für die Nutzer branchenspezifischer Software interessant ist.

Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang ASP von Unternehmen tatsächlich genutzt wird, hängt von einer Abwägung der Vor- und Nachteil ab. Zu den von den potenziellen Nutzern als Nachteil empfundenen Faktoren gehören: (1) die Abhängigkeit von einem externen Dienstleister, (2) der langfristige Know-how-Verlust im IT-Bereich, (3) Probleme des Datenschutzes und der Datensicherheit, (4) der mögliche Kostenanstieg, falls ein ASP-Anbieter die entstandene Abhängigkeit durch erhöhte Preise missbraucht sowie (5) die Verfügbarkeit der Dienstleistung und des Netzes als neue Unsicherheitsfaktoren.

Demgegenüber erkennen die potenziellen Nutzer auch Vorteile von ASP: (1) Kostentransparenz im IT-Bereich, (2) keine zusätzlichen Hardware-Investitionen, (3) hohe Sicherheit vor Datenverlusten, (4) Aktualität der Anwendungen, (5) Einfache Skalierbarkeit / Erweiterbarkeit und dadurch (6) die Möglichkeit zur Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Nicht alle Software-Anwendungen sind heute in gleichem Maße für ASP geeignet:

  • Im Office Software Bereich spielt immer noch Microsoft mit „Microsoft Office“ die Hauptrolle unter den Softwareanbietern. Eine großes Einsparpotential wird im Office Bereich durch ASP jedoch nicht gesehen, da die Wartung und Installation der Office Pakete relativ einfach ist. Bei derzeitigen Übertragungsgeschwindigkeiten haben
  • Grafikprogramme – speziell für den Medienbereich – im ASP-Modell noch keine Zukunft, da der Bildaufbau enorme Übertragungskapazitäten erfordert.
  • Internet / Intranet basierende Anwendungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit ein Hauptstütze des ASP werden. Die Nutzung von ASP könnte hier ganze Firmennetzwerke und Administrationsbereiche ersetzen.
  • Im Bereiche der großen Datenbank- oder Analyseanwendungen ist ASP eine sehr gute Alternative, da bei diesen Programmen meist ein Maximum an Hardwareleistung vorausgesetzt wird. Teure einmalige Investitionen könnten so den Firmen erspart bleiben.

Für branchenspezifische ASP-Lösungen (z. B. Konstruktions- und produktionsunterstützende Software im produzierenden Gewerbe, Warenwirtschafts- und Logistikapplikationen) existieren keine „einfachen“ Märkte, die sich einfach dadurch erschließen ließen, die erfolgreichsten Softwareprodukte in das Anbieter-Portfolio aufzunehmen. Dabei gilt es vor allem psychologische Barrieren bei den potenziellen Kunden zu überwinden, die sich – aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit und Bedenken über die Zukunftssicherheit der Angebote – scheuen, IT-Aufgaben durch einen spezialisierten Dienstleister erbringen zu lassen.

Für einen erfolgreichen Markteintritt bei branchenspezifischen Anwendungen erscheint daher die Kooperation des Application Servicer Providers mit etabnlierten Softwareanbietern, mit einflussreichen und meinungsbestimmenden Pilotkunden bzw. Branchenverbänden zielführend. Zentral ist dabei die Schaffung von Vertrauen bei den potenziellen Kunden, sowohl mit Blick auf Leistungen als auch auf Kosten- bzw. Preismodelle.

Status

abgeschlossen (September 2000 – April 2001)

Auftraggeber

Einsteinet AG

Publikationen

  • Friedewald, Michael, „Marktstudie „Application Service Providing“ – Branchenspezifische ASP-Potenziale“, Abschlussbericht, Fraunhofer ISI, Karlsruhe, 2001.
  • Friedewald, Michael, Peter Georgieff, and Markus Joepgen, „Application Service Providing – Software mieten statt kaufen„, FB/IE – Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Industrial Engineering, Vol. 50, No. 6, 2001, pp. 265-267.

Faxanwendungen und Endgerätetechnik: Studie zu Marktentwicklungspotenzialen und Substitutionseffekten bis 2005

Aufgabenstellung

Das Fax ist seit Mitte der Achtzigerjahre zu einem unverzichtbaren Medium für die geschäftliche und private Kommunikation geworden. Einfache Benutzung und internationale Kompatibilität haben dazu beigetragen, dass das Fax für die Über­mittlung von Papiervorlagen weltweite Akzeptanz gefunden hat. So waren nach einer Studie im vergangenen Jahr weltweit mehr als 70 Mio. Faxgeräte in Betrieb, und es wurde erwartet, dass 1999 über 20 Mio. Geräte abgesetzt werden. Aktuelle Studien prophezeien allerdings das baldige Verschwinden des „klassi­schen“ Fax als unmittelbares Dokumententransfersystem (Papier zu Papier) bzw. „Fernkopierer“. Anlass sind technische Entwicklungen hinsichtlich des Übertragungsmodus und der Endgeräte für faxähnliche Dienste bzw. der Kombina­tion mit Endgeräten für komplementäre Kommunikationsformen.

Ziel der Studie war es, Marktentwicklungspotenziale bereits heute existierender und geplanter Endgerätetypen bis 2005 abzuschätzen. Dabei galt es, zum einen Substitutionseffekte in bezug auf die klassischen Fax-Anwendungen zu ermitteln und zum anderen den Einfluss bestehender und neuer Fax-bezogener Dienste auf den Geräteabsatz zu untersuchen. Das technisch Mögliche und die von den Endge­räteproduzenten verfolgten Strategien müssen den Entwicklungen auf der Nach­frageseite gegenübergestellt werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag dabei auf dem Massenmarkt, das heißt auf den Kundensegmenten private Haushalte und Unternehmen unter zehn Mitar­beitern (VSE). Der Faxabsatz an größere Unternehmen und öffentliche Einrichtun­gen wurde ergänzend betrachtet.

Insgesamt wurden drei große Themen­komplexe untersucht:

  • Konkurrierende Systeme und deren Leistungsspektrum (Analyse der Anbieterseite)
  • Faxnutzung (Analyse der Nachfrageseite)
  • Marktentwicklungspotential und Substitutionseffekte

 

Status

abgeschlossen (September 1999 – Januar 2000)

Aufraggeber

T-Systems, Nova

Publikation

Kolo, Castulus, Michael Friedewald, and Peter Georgieff, „Faxanwendungen und Endgerätetechnik: Studie zu Marktentwicklungspotentialen und Substitutionseffekten bis 2005“, Unveröffentlichter Endbericht, Fraunhofer ISI, Karlsruhe, 2000.